Die Schattenhüter Chronik - Erstes Buch: Rha'herell


Erstes Zwischenspiel: Von der Schaffung der Ashai'hetem



Also ward es in den Legenden berichtet.
Dereinst lebten die Menschen in Furcht, da ihnen der Tod mit großen Schrecken verbunden war. So lauschten sie begierig den Lehren der Weisen, die da verkündeten, wer stürbe trete ein in den Boden, aus dem der Mensch gemacht ist, er werde verbunden mit der mütterlichen Erde, die ihn in ihren Schoß zurückholt. Diese Lehre war den Menschen nun lange Zeit der Leitstern ihres Lebens.
Doch es geschah, das Große Menschen aus einem Land kamen, in dem die Sterne fremd sind. Diese neuen Weisen gaben den Menschen neue Lehren.
Sie sagten also, wenn der Mensch stürbe, so ginge sein Körper ein in die Erde, aus der er gemacht ist, aber sein Geist, seine Seele muß eingehen in den Stein, der die Zeit des Wartens auf den Tag des Richtens überdauert, wenn die Seelen gewogen werden.
Große Furcht ergriff da die Menschen, denn wie konnten ihre Seelen den Weg in einen Stein finden. Wieder sprachen da die Weisen und ihre Worte beruhigten die Menschen, denn sie sprachen von großen Kräften, die sie besaßen und mit deren Hilfe sie solche Steine schaffen konnten, die den Seelen der Verstorbenen als Gefäße dienen könnten.
So fanden sich alle zu der großen Zeremonie zusammen, in deren Verlauf die Seelensteine, in der Sprache der Weisen die Ashai'hetem, angefertigt wurden.

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